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Inhalt der 4. Ausgabe, Dezember 2007

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Editorial
Wer im christlichen Abendland aufgewachsen ist, der denkt in der (vor)weihnachtlichen Zeit vielleicht einmal an die Ereignisse vor ca. 2000 Jahren. Jedenfalls ging es mir so. Das Bild, das die Bibel von der Gesellschaft jener Zeit vermittelt, schien mir immer bäuerlich und ärmlich zu sein. Jedenfalls hatte ich als Kind immer Mitleid mit Maria, die ihr Kind in einem Stall zur Welt bringen musste, weil es sonst keinen Platz in der Herberge mehr gab.
Dass aber gerade im vorderen Orient um jene Zeit eine wirtschaftliche, soziale und kulturelle Blüte herrschte, wird durch die Bibel kaum vermittelt. Gerade einmal in der kurzen Schilderung der Huldigung der Weisen aus dem Morgenland klingt etwas von dem sagenhaften Reichtum an, über den die Herrscher und Wohlhabenden der Zeit verfügt haben müssen.
Unvorstellbar, dass selbst Privatpersonen sich einige hundert Jahre später gar Kamelladungen voller Bücher kauften, weil Büchersammeln, Lesen und Schreiben zu den am höchsten geachteten Beschäftigungen der damaligen Zeit gehörten.
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Inhalt

3 Editorial
4 Leserstimmen
5 Inhalt

Geschichte
6 Die Weisen aus dem Morgenland
10 Die arabische Entwicklung zuir kulturellen Blüte
13 Jesus kam fast bis nach Assiut
15 Al-Mawardi - Im Auftrag des Kalifen

Gesellschaft
17 Sitten und Gebräuche, Teil 6
19 Ibn Khaldun
22 Ibn Battuta

Medizin
24 Ibn Sinna und die arabische Medizin

Musik
27 Araqbische Musikgeschichte, Teil 3
31 Al-Farabi - Ein Universalgenie

Orientalismus
32 Das Lächeln der Odaliske, Teil 2

Veranstaltungen
34 Superstrass, Leipzig
35 Fantasia Orientale, Hamburg
42 DAFG

Literatur/Theater
36 Interview mit Claudia Ott

Bücher
47 Allahs langer Schatten
48 Arabesque
49 Kunst und Architektur
Tausendundeine Nache
50 Klassikser arabischer Literatur
51 Der Jakubian-Bau
52 Maria und Jesus im Islam

CDs
53 Radio Marrakesch

Aus der Natur
54 Weihrauch in Oman
56 Weihrauch

Aktuelles
58 Humor im Islam

Fundstücke
26 Louvre Abu Dhabi


Die Weisen aus dem Morgenland
Ulrike-Zeinab Askari

Weihnachten, Christkind, der Stern von Bethlehem fallen mir bei den Stichworten "die Weisen aus dem Morgenland" als allererstes ein, da sie eng mit den Traditionen bei uns im christlichen Abendland zusammenhängen. Die Heiligen Drei Könige, wie man die Weisen aus dem Morgenland auch nennt, stehen für mich aber auch stellvertretend für zahlreiche unbekannt gebliebene Weise im Orient. Namentlich bekannt sind häufig Forscher und Wissenschaftler der Araber, die das Wissen und die Kunst ihrer Nachbarn und Besiegten aufgriffen und weiterentwickelten.

"Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe." (Matthäus, 2, 10f.)

Gold, Weihrauch und Myrrhe hatten die Weisen aus dem Morgenland im Gepäck, als sie dem Christuskind ihre Aufwartung machten. Sie hatten sich leiten lassen von dem Stern von Bethlehem. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er ankam und über dem Ort stillstand, wo das Kind war. (Matthäus, 2, 9)
Die Weisen oder Heiligen Drei Könige waren möglicherweise antike Sternforscher. Darüber hinaus hatten sie aber wohl noch weitere Kenntnisse, wie ihre Namen nahelegen. Kaspar, Melchior und Balthasar werden im griechischen Text des Matthäusevangeliums als Magier aus dem Osten bezeichnet. Der Name "Kaspar" lässt sich vom persischen Wort für "Schatzmeister" wie auch vom frühäthiopischen für "innere Stadt oder Stadtkern" ableiten. Letzteres ist im Arabischen heute noch in Kasbah (ursprüngl. Zitadelle) erhalten, was sich aus den persischen Begriffen "ghaz" (Schatz) und "bar" (leiten, verwalten, versorgen) zusammensetzt. D. h. Kaspar war derjenige, der das Geld, die Wertsachen, die Staatsschätze verwaltete. Melchior ist dagegen ein hebräischer Name mit der Bedeutung "König des Lichts." Dies kann einerseits mystisch gedeutet werden, andererseits auch im Zusammenhang mit der damaligen Astronomie als hervorragender Kenner der Sternenkunde. Balthasar ist ein Vorname babylonisch-hebräischen Ursprungs. Er bedeutet Baal schütze sein Leben, oder in der Form Belsazar Baal (Gott) schütze den König. Im Alten Testament taucht der Name als Beiname für den Propheten Daniel auf.
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