|
Inhalt
3 Editorial
4 Leserstimmen
5 Inhalt
Geschichte
6 Die Weisen aus dem Morgenland
10 Die arabische Entwicklung zuir kulturellen Blüte
13 Jesus kam fast bis nach Assiut
15 Al-Mawardi - Im Auftrag des Kalifen
Gesellschaft
17 Sitten und Gebräuche, Teil 6
19 Ibn Khaldun
22 Ibn Battuta
Medizin
24 Ibn Sinna und die arabische Medizin
Musik
27 Araqbische Musikgeschichte, Teil 3
31 Al-Farabi - Ein Universalgenie
Orientalismus
32 Das Lächeln der Odaliske, Teil 2
Veranstaltungen
34 Superstrass, Leipzig
35 Fantasia Orientale, Hamburg
42 DAFG
Literatur/Theater
36 Interview mit Claudia Ott
Bücher
47 Allahs langer Schatten
48 Arabesque
49 Kunst und Architektur
Tausendundeine Nache
50 Klassikser arabischer Literatur
51 Der Jakubian-Bau
52 Maria und Jesus im Islam
CDs
53 Radio Marrakesch
Aus der Natur
54 Weihrauch in Oman
56 Weihrauch
Aktuelles
58 Humor im Islam
Fundstücke
26 Louvre Abu Dhabi
Die Weisen aus dem Morgenland
Ulrike-Zeinab Askari
Weihnachten, Christkind, der Stern von Bethlehem fallen mir
bei den Stichworten "die Weisen aus dem Morgenland"
als allererstes ein, da sie eng mit den Traditionen bei uns
im christlichen Abendland zusammenhängen. Die Heiligen
Drei Könige, wie man die Weisen aus dem Morgenland auch
nennt, stehen für mich aber auch stellvertretend für
zahlreiche unbekannt gebliebene Weise im Orient. Namentlich
bekannt sind häufig Forscher und Wissenschaftler der
Araber, die das Wissen und die Kunst ihrer Nachbarn und Besiegten
aufgriffen und weiterentwickelten.
"Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und
gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner
Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre
Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe."
(Matthäus, 2, 10f.)
Gold, Weihrauch und Myrrhe hatten die Weisen aus dem Morgenland
im Gepäck, als sie dem Christuskind ihre Aufwartung machten.
Sie hatten sich leiten lassen von dem Stern von Bethlehem.
Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten,
ging vor ihnen her, bis er ankam und über dem Ort stillstand,
wo das Kind war. (Matthäus, 2, 9)
Die Weisen oder Heiligen Drei Könige waren möglicherweise
antike Sternforscher. Darüber hinaus hatten sie aber
wohl noch weitere Kenntnisse, wie ihre Namen nahelegen. Kaspar,
Melchior und Balthasar werden im griechischen Text des Matthäusevangeliums
als Magier aus dem Osten bezeichnet. Der Name "Kaspar"
lässt sich vom persischen Wort für "Schatzmeister"
wie auch vom frühäthiopischen für "innere
Stadt oder Stadtkern" ableiten. Letzteres ist im Arabischen
heute noch in Kasbah (ursprüngl. Zitadelle) erhalten,
was sich aus den persischen Begriffen "ghaz" (Schatz)
und "bar" (leiten, verwalten, versorgen) zusammensetzt.
D. h. Kaspar war derjenige, der das Geld, die Wertsachen,
die Staatsschätze verwaltete. Melchior ist dagegen ein
hebräischer Name mit der Bedeutung "König des
Lichts." Dies kann einerseits mystisch gedeutet werden,
andererseits auch im Zusammenhang mit der damaligen Astronomie
als hervorragender Kenner der Sternenkunde. Balthasar ist
ein Vorname babylonisch-hebräischen Ursprungs. Er bedeutet
Baal schütze sein Leben, oder in der Form Belsazar Baal
(Gott) schütze den König. Im Alten Testament taucht
der Name als Beiname für den Propheten Daniel auf.
...
|