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Interview mit Layla Sater, Gattin des Botschafters des Königreichs Bahrain
Das Gespräch führte Barbara Schumacher, für die es eine große Ehre war, in ihrer Eigenschaft als deutsche Journalistin und aufgeschlossene Nicht-Muslimin bei einigen der o. g. Veranstaltungen der Muslim Women Group von Layla Sater eingeladen worden zu sein. Für die unvergesslichen Eindrücke aus diesen Veranstaltungen und die herzliche Gastfreundschaft durch Layla Sater und die Mitglieder der MWG sei an dieser Stelle von Herzen Dank gesagt.
Fotos: Barbara Schumacher
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Layla Sateri
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Layla Sater steckt voller Engagement, wenn es darum geht, Bahrain und die arabische Kultur zu promoten. Dazu ist die Muslim Women Group (MWG), deren Präsidentin sie bis Frühjahr 2007 war, die perfekte Plattform, auf der sie sich als kreatives Organisationsgenie bewegt, wobei ihr ausgeprägte Erfahrungen als Managerin zugute kommen.
"Wer sind die Mitglieder der Muslim Women Group und womit beschäftigt sich die Gruppe?"
"Mitglieder der Gruppe sind die Ehefrauen der Botschafter von arabischen/islamischen Staaten und andere Botschaftsangehörige weiblichen Geschlechts. Die Gruppe wurde 1985 gegründet, damals war die Frau des Pakistanischen Botschafters die Präsidentin und die regelmäßigen, etwa monatlichen Treffen fanden noch in Bonn statt. Nach dem Umzug der meisten Botschaften nach Berlin wurden die Aktivitäten an die Spree verlegt. Die zweite Präsidentin war die Ehefrau des damaligen Saudi Arabischen Botschafters und seit September 2001 liegt dieses Amt in meinen Händen. Ich hatte einen schweren Start. Nicht nur, dass mein Amtsantritt mit den schrecklichen Ereignissen des 11. September zusammenfiel, sondern ich erfuhr von dieser Ehre erst einen Tag vorher. Wir haben uns in der ersten Zeit nur unter den Mitgliedern getroffen, aber ich hatte dann die Idee, den Kreis auch interessierten Frauen des Landes zu öffnen, in dem wir Gast sind."

Layla Sater inmitten der Muslim Women Group
"Wie läuft konkret solch ein Treffen ab?"
"Unsere Treffen finden meist am Vormittag in einer Botschaft oder in einer Botschaftsresidenz statt. Die jeweilige Gastgeberin lädt dorthin ein und berichtet über Land, Leute, Kultur und Traditionen. Danach gibt es landestypische Spezialitäten zum Mittagessen und während der ganzen Zeit erfolgt natürlich ein reger Informationsaustausch: Wie läuft der Deutsche Sprachkurs? Wie kommen die Kinder in der Schule zurecht? Wann beginnen wir mit den Vorbereitungen zum nächsten Basar? usw. In der Regel bleiben Botschafter für vier Jahre in einem Land, da kann man sich die Probleme, insbesondere bei Botschafterfamilien mit schulpflichtigen Kindern, gut vorstellen. Es ist sehr hilfreich, wenn man - gerade auch in der Anfangszeit - einen Kreis von Gleichgesinnten vorfindet, der neue Mitglieder selbstverständlich mit offenen Armen empfängt".
"Wie war Ihr persönlicher Werdegang?"
"Ich bin in Bahrain, genauer gesagt, Muharraq geboren, ging dort zur Schule und besuchte die Technical University of Bahrain, an der ich mein Diplom in Betriebswirtschaft gemacht habe. An dieser Universität wird nach dem britischen System gelehrt. Ich folgte meinem Mann, der 1980 einen Posten im diplomatischen Bereich annahm, nach Montréal, wo wir fünf Jahre lang blieben, dann ging es zurück nach Bahrain und 1988 für 5 Jahre nach Genf, wo mein Mann einen UN-Posten hatte. 1993 wurde mein Mann Botschaftsrat in London, wo wir 7 Jahre blieben und seit 2001 sind wir in Berlin. Bereits in London hatte ich Ausstellungen und Wohltätigkeitsbasare organisiert mit dem Ziel, die bahrainsche und arabische Kultur bekannt zu machen. Ich habe das dann laufend fortgesetzt."
"Wie vereinbaren Sie Beruf und Familie?"
"Ich habe vier Söhne, die Erstgeborenen sind Zwillinge, sie arbeiten an der Universität in Bahrain und werden ihren Magister in London machen. Mein dritter Sohn besucht die High School in London und mein vierter Sohn befindet sich auch in London. Es ist schon ein besonderes Problem, die Kinder im Ausland aufwachsen zu lassen. Wir unterhalten uns in unserem Kreis oft über die Fragen, wie man unseren Kindern helfen kann und wie man sie auf das Leben "auf internationalem Parkett" vorbereitet. Schulen in den verschiedenen Ländern haben verschiedene Regelungen und Systeme. Bei Schulwechsel sind neue Lehrer und neue Mitschüler zu verkraften, neue Freunde wollen gefunden werden. Ich habe mit meinen Söhnen Glück, sie hatten es wohl wesensbedingt leicht, neue Freunde zu finden und ich habe sie stets ermuntert, ihre Freunde nach Hause zu bringen, was sie auch getan haben. Meine Familie und meine Kinder sind mir das Wichtigste im Leben. Ich liebe Kinder und deshalb bemühe ich mich z. B. im Rahmen unseres jährlichen Basars darum, möglichst viel Geld durch Spenden und Verkäufe traditionellen Kunsthandwerks aus den verschiedenen arabischen/islamischen Ländern zusammenzubekommen, damit wir Hilfsprojekte für Kinder unterstützen können, wobei es übrigens nicht darauf ankommt, wo die Kinder herkommen, mit anderen Worten, es müssen nicht Kinder aus arabischen oder islamischen Ländern sein".
"Welche größere Veranstaltungen haben Sie als Präsidentin der MWG in Deutschland organisiert und mit welchem Ergebnis?"
"Wir haben z. B. einen Teil des Basar-Erlöses von 2003 an ein Kinderkrankenhaus in Berlin gegeben. 24.000 Euro Einnahmen aus dem Basar in 2004 gingen an Kindereinrichtungen in Berlin, Afghanistan, Pakistan, Irak, Kairo und Palästina - und an die Erich Kästner Schule in Bitterfeld, die durch die große Flutkatastrophe im Osten Deutschlands ihren Sportplatz mit allen Einrichtungen verloren hatte und diesen mit den Mitteln wieder neu errichtet hat, wie ich mich selbst, zusammen mit einigen Mitgliedern überzeugen konnte, da die Schule uns im Sommer 2004 im Beisein der lokalen Medien zur Einweihung des neuen Sportplatzes einlud. Sie waren ja dabei und können die Begeisterung des Schulkollegiums und der Schüler bestätigen. Zur "Halbzeit" des Ramadan haben wir im Jahr 2004 ein Fest in der Ägyptischen Botschaft gefeiert, bei dem fast alle Kinder der Botschaftsangehörigen kleine Theaterstücke und Musik und Gesang aufgeführt haben. Die Proben dazu haben mehrere Wochen gedauert. Im Jahr 2005 haben wir ein Wohltätigkeitsdinner im Hilton-Hotel in Berlin veranstaltet, bei dem Christine Rau, die unsere Arbeit in den vergangenen Jahren stets begleitet hatte, Ehrengast war. Die Einnahmen aus dieser Veranstaltung gingen zu jeweils 7.000 Euro an die Tsunami-Opfer in Indonesien, ein islamisches Land, Sri Lanka und Thailand, beides nicht-islamische Länder. Die Gattinnen der Botschafter dieser Länder hatten uns konkrete Projekte genannt und diese Projekte haben wir unterstützt. Die Projekte laufen noch, ich bekomme regelmäßig entsprechende Berichte aus den genannten Ländern. Ebenfalls im Jahr 2005 haben wir die Gattin des Bundespräsidenten Köhler eingeladen, damit sie die Muslim Women Group kennen lernt. Dazu haben wir eine Henna-Nacht veranstaltet, das ist in vielen arabischen Ländern die Nacht vor der Hochzeit, zu der nur Frauen eingeladen sind. Die Töchter unserer Mitglieder hatten dazu die traditionellen Gewänder angelegt und ich selbst habe am Tag vorher zusammen mit einer Cousine Hände und Füße von 15 Mädchen mit Henna bemalt. Zu Oud und Trommel haben die Kinder das Lied "Als Prophet Mohammed von Mekka nach Medina ging" gesungen - sowohl in Arabisch als auch in englischer Sprache und danach die Henna-Zeremonie demonstriert, bei der bestimmte, traditionelle Handlungen durchzuführen sind, wobei Parfum und Weihrauch eine große Rolle spielen. Wir hatten zwei Wochen vorher damit begonnen, alles einzustudieren. Frau Köhler war von der Veranstaltung sehr angetan. Innerhalb der Muslim Women Group oder im Rahmen von "Welcome to Berlin" habe ich viele Vorträge gehalten, zu den Themen Kunst und Religion, zum Thema "Unsterbliche Frauen" oder zu den Erfahrungen meiner Pilgerreise nach Mekka, die ich 2002 gemacht habe. Mein Hobby ist die Kunst des Blumensteckens, auch darüber habe ich vorgetragen".
"Was lieben Sie an Deutschland?"
"Ich mag die deutsche Mentalität. Die Deutschen wollen alles genau und perfekt machen. Ich bewundere die Frauen, die nach dem Krieg Deutschland wieder aufgebaut haben."
"Wie sehen Sie die Rolle der Frauen in Bahrain?"
"Die Gattin des Königs kümmert sich persönlich um die Rechte der Frauen und hilft, Familienprobleme zu lösen. Frauen spielen heutzutage eine wichtige Rolle als Führungskräfte in der privaten Wirtschaft, als Universitätsprofessorinnen, als Anwältinnen und Ärztinnen. Wir haben zwei Ministerinnen und es gibt eine Botschafterin in Frankreich".
"Was sagen Sie zur Frage der Damen-Garderobe?"
"In Bahrain gibt es dazu keine Vorschriften. Ich bin ein konservativer Mensch und trage daher überall einen Schleier, auch zur europäischen Kleidung, die ich in Europa vorziehe. Mein Gesicht ist stets frei. Wenn ich in Bahrain bin, mag ich für mich persönlich die traditionelle Abaya, aber es gibt dort auch viele Frauen, die die Abaya nicht tragen".
"Welche Eigenschaften sind Ihnen bei Ihren Angestellten wichtig?"
"Ehrlichkeit, Sauberkeit, ein gutes Vertrauensverhältnis, Freundlichkeit und immer ein Lächeln auf den Lippen. Ich betrachte meine Angestellten als Familienmitglieder, nicht als Arbeiter".
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"Außerdem habe ich noch folgende Fragen":
"Welches ist Ihr Lieblingsbuch?" "Der Heilige Koran".
"Welche Filme sehen Sie am liebsten?" "Alte, arabische Filme"
"Was ist Ihre Lieblingsmusik/Lieblingssänger?"
"Arabische Musik und Musik der Golf-Staaten, mein Lieblingssänger ist Abdul Majeed Abdulla.
"Wohin würden Sie am liebsten zur Erholung fahren?"
"Nach Mekka"
"Welches ist Ihre Lieblingsblume?"
"Rosa Lilie".
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Layla Sater am Mirko |
"Was ist das Besondere an Bahrain?"
"Die Bahrainis - sie sind die freundlichsten Menschen, vom Taxifahrer bis zum Hotelbesitzer. Sie haben eine gute Bildung - Bahrain steht bildungsmäßig an 1. Stelle der Golfstaaten. Sie sind Fremden gegenüber sehr gastfreundlich und es ist Ihnen eine Freude zu helfen und zu geben." |
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