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Musikinstrumente
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Al-Al-Oud, das Holz
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Das klassischste aller arabischen Musikinstrumente ist der Oud [sprich 'ud].
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Es gab ihn bereits im 10. Jahrhundert n. Chr. Er ist in einem Traktat des arabischen Gelehrten Al-Farabi beschrieben. Geschichtlich gesehen ist der Oud aber vermutlich noch wesentlich älter. Lauten gab es bereits bei den Sumerern, den Babyloniern und im Alten Ägypten.
In der arabischen Musik wurde der Oud zunächst eingesetzt, um im Stegreif erfundene Lieder vorzutragen. Die Künstler, die in der Regel gleichzeitig Sänger, Komponisten, Texter und Instrumentalisten waren, hatten sich dabei an die strengen Regeln der arabischen Poesie zu halten. Die führende Rolle des Textes, der Poesie in der klassisch-arabischen Musik hat sich bis heute erhalte. Rhythmus und Melodie müssen sich dem Text unterordnen. Die Begleitung auf dem Oud diente vermutlich in erster Linie der rhythmischen Untermalung. |
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Aus der Zeit Harun Ar-Rashids sind uns männliche und weibliche Sänger namentlich bekannt. Sie konnten Freie oder Sklaven sein. Es war keine Seltenheit, daß gute Sängerinnen sich ein Vermögen ersangen und sich damit schließlich die Freiheit erkauften.
Neben einzelnen Sängern und Sängerinnen gab es auch ganze Chöre, die sich ebenfalls mit dem Oud begleiteten. Solche Oud-Orchester gab es speziell an den Höfen Andalusiens, in Cordoba, Granada, Sevilla und Toledo.
Nicht umsonst gilt der Oud als "Repräsentant der Musikkultur der Araber." Mit seiner Hilfe wurde und wird noch heute die Lehre von den arabischen Tongeschlechtern, das sogenannte Maqam-System erklärt. Erst wenn man die Regeln dieses Systems versteht, kann man mit Genuss die Spieltechnik der großen Oud-Virtuosen nachvollziehen.
Das Wort Oud bedeutet wörtlich übersetzt "Holz". Vermutlich ist der Name zu verstehen als Bezeichnung für das aus Holz gefertigte Instrument im Gegensatz zu seinem Vorläufer, der mit Häuten bespannt war. Während der Kreuzzüge fand der Oud seine Verbreitung nicht nur im gesamten Nordafrika, sondern kam über Spanien durch die Trouvères und Troubadours, fahrende Spielleute in Südfrankreich auch nach Europa. Dort fand er als "Laute", "alaude", "luth" usw. Eingang in die europäischen Sprachen und Musik. Die arabische Laute besitzt keine Bünde. Bis ins 9. Jahrhundert hatte sie vier Saiten. Der berühmte Musiker und Musiktheoretiker Ziryab fügte eine fünfte hinzu. Sie symbolisierte für ihn die menschliche Seele. Die ursprünglichen vier Saiten waren in Quarten gestimmt:
A - d - g - c'
Die fünfte Saite wurde einfach darangehängt, so daß seit dem der Oud wie folgt gestimmt war: G - A - d - g - c'. Damit reichte der Tonumfang der arabischen Laute über zweieinhalb Oktaven
(von G bis c'').
Heute wird der Oud doppelchörig bespannt, d.h. daß für jede Saite Doppelsaiten verwendet werden. Die unteren beiden sind in der Regel mit Kupferdraht umwickelt, während die drei hohen aus Darm oder Nylon bestehen. Heute fügen besonders virtuose Oud-Spieler noch eine weitere tiefe Saite hinzu. Gespielt wird der Oud mit einem Plektrum, mit dem die Saiten angerissen werden. Ursprünglich diente ein Kiel einer Feder zum Anreißen der Saiten. Heute werden neben dünnen Hornplektren besonders zurechtgeschnittene Kunststoffplektren verwendet. Damit werden die beiden Doppelsaiten entweder in einer Richtung oder in zwei Richtungen regelmäßig oder auch unregelmäßig in Auf- und Abwärtsbewegungen angerissen.
Die typisch arabische Spieltechnik zeichnet sich dadurch aus, daß die Haupttöne der Melodie sehr linear umspielt werden. In aller Regel wird in der arabischen Kunstmusik homophon (unisono) gespielt, das heißt, alle Melodieinstrumente spielen die selbe Melodie. Daraus ergibt sich bereits, daß auch der Oud-Spieler hauptsächlich linear spielt. Erst im Taksim, dem Improvisationsteil, kann er sein Können richtig unter Beweis stellen. Dort wird er nicht nur irrsinnig schnelle Läufe zum Erklingen bringen, sondern auch Sprünge, die den Eindruck einer Mehrstimmigkeit erwecken. Dabei springt er zwischen der eigentlichen Melodie und einem Bordunton oder einer "Begleitmelodie" hin und her.
Als unverzichtbares Instrument der arabischen Musik fehlt es in keinem Takht-Ensemble und auch nicht in den Arrangements und Neukompositionen für die Bauchtanzmusik. |
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